Original oder Kopie


Wir richten uns selber.


Je mehr wir dem Geschehenen den notwendigen Respekt der Gnade verweigern, desto härter treffen wir uns selber. Je stärker wir unsere eigenen Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen - gerade in Momenten notwendiger Reflektion und der damit verbundenen, wahrhaftigen Entschuldigung für Versäumnisse und Handlungen, mit denen wir anderen Menschen Schaden zugefügt haben - umso ohnmächtiger fühlen wir uns. Das wahre Wesen des Friedens ist nicht die Dokumentation und Demonstration von Einigkeit und Recht, sondern jeder einzelne Schritt, den Herzen wahrhaftig und vollkommen ohne Schutz aufeinander zugehen. Menschen opfern Menschen um Ziele zu erreichen, den eigenen Status zu wahren und Lügen nicht zu enttarnen. Doch jeder Mensch sei gewarnt - es kommt alles zu uns zurück!


Zynismus richtet verschüttete Moral.


Unsere Geschichte ist unser Rüstzeug für unser zukünftiges denken, handeln und fühlen. Erschrecken wir über unsere eigenen Handlungen, wenn wir sie an anderen entdecken? Dann ist es Zeit innezuhalten, um verirrte Überzeugungen wieder einzufangen und verknotete Einstellungen zu entwirren. In unserem Bestreben immer das Richtige zu tun, ringen wir stets mit den Dingen, die uns daran hindern, mit Leichtigkeit zu agieren. Der erste Schritt im Menschsein ist die Betrachtung des Ortes, wo sich Gerechtigkeit positioniert und Überzeugung nährt. Moralische Abhandlungen um uns als Gutmensch zu stabilisieren, sind meist beeindruckend und vermitteln trügerische Sicherheit - doch gespeist wird die Verantwortung nach dem Gut oder Schlecht aus der eigenen Wahrnehmung und Herzenswärme. Wie können wir wissen, ob wir gesund denken und neutral betrachten? Unsere Maßstäbe sollten hin und wieder neu vermessen werden.


Versuchen wir niemals unseren Leidenschaften zu entkommen.


Den inneren Drang Welten zu entdecken und unbekannte Wege zu beschreiten, sollten wir uns von niemandem stehlen lassen. Nur wer seine Bedürfnisse entdeckt und Schwächen enttarnt, kann aus der trügerischen Spirale dem Leben und anderen Menschen gefallen zu wollen, heraussteigen. Entwickeln wir unsere eigenen Stärken - dies schenkt vielen Chancen nach Wachstum und Erweiterung einen Grund, in unser Leben zu treten. Mit Glaube, Mut, Phantasie und Zweifel formen wir unsere inneren Welten - damit schenken wir uns die Achtsamkeit wie ein Adler zu sehen und die Selbstverständlichkeit wie ein Mensch zu handeln. Unser Lebenswandel bestimmt unsere innere Einstellung, und wenn wir es schaffen, die Balance zwischen Charakter, Bestimmung und umsetzbaren Möglichkeiten zu halten, dann schöpfen wir aus unserer tatsächlichen Überlegenheit. Verstehen wir das hinter verschlossenen Türen, die gewaltsamt geöffnet werden müssen, selten etwas Gutes oder Beständiges existiert. Die Unzufriedenheit wird niemals einen passenden und bequemen Stuhl finden.


Werden wir zu einem Original und nicht zu einer Kopie.


Lorenz Looke 2017 © Alle Rechte vorbehalten