Leben als Nebensache


Im Zweifel gegen die Banalität?


Momente ohne Sehnsüchte oder fühlbare Belastungen werden oftmals als Lebenssequenzen der Monotonie oder des Mangels wahrgenommen. Verpackt in eine Umhüllung aus interessenloser Erträglichkeit, wird im Alltag das Wohlgefühl einfach nur Sein zu dürfen, und nichts tun zu müssen, als inhaltslos betrachtet und unrecht bewertet. Doch die Vielseitigkeit ohne Druck atmen zu können ist keine Nebensache, und sollte niemals mit dem Begriff Langeweile verschmutzt werden. Schönheit ist zerbrechlich und Reizlosigkeit hat durchaus ihren Sinn.


Zufriedenheit ist der Schlüssel.


Innerer Widerstreit bewegt sich gerne in denkenden Strukturen – deshalb ist mir das Werkzeug der Unschlüssigkeit willkommener, als die unbedachte Handlung einer vorschnellen Entscheidung. Was kann segensreicher sein als die Wahl zu haben? Überfluss sollte niemals darin bestehen, besonders viele Begehrlichkeiten zeitgleich bedienen zu müssen. Wer im Antlitz des Erfolges baden möchte, sollte schlau genug sein übertriebene Sehnsüchte im Blick zu haben. Nicht selten münden aufgeschraubte Bedürfnisse und flüchtige Gier in Resignation und Niedergeschlagenheit. Vermeintliche Gleichheit wird stets mit höheren Absichten verknüpft und im Verhältnis zu den Dingen auf die wir verzichten könnten, sind wir alle reich.


Loyalität darf niemals mit Abhängigkeit verwechselt werden.


Die Unbedarftheit der gewollten Wahrnehmung rechnet sich immer nur kurz, denn das Entmachten von Realitäten sprengt jegliches Vernunftsinteresse, fördert das begrenzte Denken und vergiftet ein gesundes Urteilsvermögen. Das einfache Reflektieren auf Zimmertemperatur war schon immer ein Nährboden für verschwommene Horizonte und versteckte Abhängigkeiten - das Chaos in der Welt entsteht im Vergleich, betrachtet aus verschiedenen Perspektiven. Missverstehen wir niemals eine klare Aussage und kommunizieren wir ernst gemeinte Inhalte mit allem Nachdruck. Nur der erzwungene Gehorsam bricht die Geradlinigkeit und beraubt jedes Vertrauen seiner Würde, denn menschliche Qualifikationen erlangen wir immer erst dann, wenn wir unsere Gefühle erkennen und steuern können.


Verstand und Güte sind die Kostbarkeiten der Selbstlosigkeit.


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