KARMA


Achtsamkeit ist Aufmerksamkeit ohne Wertung.


Gibt es eine Bedienungsanleitung für eine zufriedene Koexistenz mit uns selbst? Die verschiedenen Ebenen einer jeden Persönlichkeit, stellen immerhin eine Verbindung zwischen inneren Freiheiten und äusseren Begrenzungen her - erschreckenderweise ist es manchmal umgekehrt. Die Anforderungen des Lebens schlafen nicht, halten wir uns nicht selber gefangen, indem wir unseren Gedanken, im Hinblick auf die Meinung anderer über uns, zu viel Freiraum geben. Menschen sind sehr facettenreich und dürfen Umwege machen, Unsicherheiten kommunizieren, laut denken und sich in der Summe ihrer Eigenschaften verlieren. Dinge, die uns nicht gefallen, können durchaus die Kraft einer Veränderung in sich tragen, schließlich haben wir ein ganzes Leben Zeit, Entwicklungen voranzutreiben - doch es gibt auch unumkehrbare Momente. Mit Verantwortung begegnet auch immer Schuld.


Was lebt im Glauben, die Sicherheit oder der Zweifel?


Es gibt Stationen im Leben, die wir trotz aller Hilfe alleine passieren müssen - mental gestärkt und mit uns selbst an der Hand. Können wir eine Verbindung zu unseren Empfindungen herstellen, wenn wir unter ständigem Dauerdruck der Selbstoptimierung hinterherlaufen? Die Vergangenheit lässt sich nicht ausradieren, die Legende des Lebens sich nicht ungeschehen machen - natürlich sind wir mitverantwortlich für gelebte Momente, die in der Zukunft als vergangene Erinnerung wahrgenommen werden. Wahrhaftigkeit ist schwierig, deshalb urteilen viele Menschen unbedacht und auch gleichgültig - doch sind es immer noch unsere Gedanken, die bestimmen, wie hell die Zufriedenheit strahlt. In Gedanken poltert das Leid der Menschen immer lauter als in der Realität und Diskussionen lohnen nur, wenn Argumente willkommen und ein Austausch angeboten wird - andere Meinungen helfen, die eigene zu schärfen. Karma ist eine unausweichliche Rechnungsstelle.


Ängste ziehen ihre Energie aus unseren Unsicherheiten.


Anderen unvoreingenommen zuzuhören, wenn wir gegenteiliger Meinung sind, ist eine der Königsdisziplinen, auf dem Weg zu uns selbst. Wie gehen wir mit der bunten Fülle von Möglichkeiten um? Die vermeintlich schützende Verleugnungshaltung wird uns immer wieder zurückwerfen - erobern wir uns stattdessen Gefühle wie Verständnis und Lebendigkeit, lernen wir sie zu verstehen und mit ihnen umzugehen. Das Leben verändert sich, und das Leben sucht uns aus - dieser Gedanke löst viele Knoten. Verstecken wir uns nicht vor unseren Möglichkeiten, damit pflanzen wir innere Unfreiheit und Zerrissenheit in einen Boden von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Angst tarnt sich stets hinter anderen Emotionen - verpacken wir Sorgen niemals zur Norm. Enttarnen wir mit einer gesunden Grundhaltung und dem Verständnis für jedes Scheitern all die unterschiedlichen Faktoren, die irgendwann zusammenfinden und die Ursache von Ereignissen bestimmen.


Respektlosigkeit und Freundlichkeit - beides ist zeitlos.




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