entfaltung 



Entfremdung ist der Spiegel unserer Zeit.


Trauen wir uns glücklich zu sein - gar nicht so einfach in einer Zeit, wo das Private immer öffentlicher wird; die Macht von Erwartungen kann große Blockaden auslösen. Wir Menschen sind Meister des Selbstbetrugs, besonders wenn wir die Bodenhaftung verlieren und aktuelle Umstände und bestehende Möglichkeiten im falschen Kontext erfassen – vergessen wir nicht: Wünsche sind keine Bedürfnisse. Meist wollen wir mehr als wir haben, dabei haben wir weniger als wir denken! Jeder Selbstrespekt steht auf dem Fundament einer gesunden Unabhängigkeit von der Aufmerksamkeit anderer – wie dringend benötigen wir die Meinung anderer, um atmen zu können? Wer gestalten möchte, muss entscheidungsfreudig sein – hier treffen Einflüsse der Vergangenheit auf Möglichkeiten der Gegenwart. Die Vergangenheit hat uns in der Regel nichts Neues mitzuteilen, überdenken wir sie also nicht und wälzen eigene Defizite auf äussere Umstände ab. Vertrauen ist ein Prozess – auch wir müssen uns Wertschätzung verdienen.



Eigenliebe ist die wahrscheinlich wichtigste Form von Selbstvertrauen.



Empathie gibt´s nicht zu kaufen und wenn wir die Geschwindigkeit rausnehmen – wie würden wir die Essenz unseres Lebens anders beschreiben? Jeder Mensch hat seine Art zu Denken - dies unterscheidet die Menschen, es trennt sie und führt sie zusammen. Wichtig ist Entwicklung und das Betrachten mit neuer Wachsamkeit, denn es gibt durchaus Menschen, die bewusst Spaltungen verursachen. Erlauben wir anderen nicht über unser Leben zu verhandeln, denn die Handlungen anderer unterliegen nicht unserer Kontrolle. Solange noch Aspekte der Vergangenheit an uns haften, kommen wir nicht vorwärts und wer sich beklagt ohne etwas zu verändern, beschwert sich über sein eigenes Verhalten, Veränderung in seinem Leben nicht zuzulassen – wie finden die Erlaubnisse des Lebens den Weg zu uns? Auch wenn wir in etwas hineinpassen, gehören wir deswegen nicht automatisch dazu. Es ist kein Verbrechen es besser haben zu wollen – doch ausschließlich wir sind es, die für unser Urteilen verantwortlich sind.



Der Verlust der Gewissheit.


Urteilen trennt und Vergleichen macht einsam - wer ist Teil der Gleichung unseres Lebens? Sollte man immer zeigen was nicht sichtbar ist, um sich interessant zu machen? Der Funke liegt nie komplett in den Noten, sondern treffend in den Pausen dazwischen – so folgt jedes Leben eigenen Rhythmen. Doch durch den Alltag getragene Konflikte stehen für unterdrückte Probleme – was halten wir alles zurück? Egal wie wir konditioniert wurden, bleiben wir wandlungsfähig und stellen uns jeder Selbstsabotage entgegen. Einsicht ist wichtiger denn je, denn die Welt erscheint unfassbar widersprüchlich - Vertrauen ist nicht nur ein Prozess, sondern eine Entscheidung. Welchen Ton hat das Leben? Welcher Ton bestimmt dein Leben? Zwischen Reiz und Reaktion liegt immer ein Raum – geben wir den vielen Stimulationen Zeit, sich zu zeigen. Reagieren wir vorschnell, oder halten wir inne? Lassen uns Erfahrung und Persönlichkeit angemessen reagieren? Fehler sind notwendige Lernprozesse und Umwege wichtige Schrittfolgen - was wir auf ein Podest heben, wird auf uns herabblicken.



Der Verlust der Gewissheit ist pures Wachstum - erkenne den Wert, nicht den Preis.

 


Lorenz Looke 2026 © Alle Rechte vorbehalten