überleben


Fürchten wir uns, oder haben wir Angst?


… vor dem Leben oder uns selbst? Seinen Ängsten zu begegnen, bedeutet immer Veränderung und nicht selten eine Neuausrichtung - ein neuer Blickwinkel verlangt stets eine Neubewertung. Ein Automatismus aus vorgefertigten Meinungen und Oberflächlichkeiten hält uns gerne mal gefangen, und wir Menschen sind Meister in der Flucht vor der eigenen Verletzlichkeit. Wie dicht stehen wir an unserem Ich? Wie kraftvoll grenzen wir uns ab? Nicht alles was unglücklich formuliert wird, ist von böswilliger Natur, ob bewusst oder verdrängt - jeder trägt Vorurteile in sich. Lernen wir mit unseren Widersprüchlichkeiten umzugehen, selbst wenn es schmerzt und mit Scham verbunden ist. Das Problem mit der Einsicht ist nicht, dass sie in der Regel zu spät kommt - zu erkennen wer man wirklich ist, kann in grosse Irritation stürzen. Beschweren wir uns nicht zusätzlich, indem wir unsere Natur verleugnen. Erkenntnisse über das Leben und unseren Charakter ziehen wir aus den wichtigen Haltegriffen des Lebens wie Erfahrung, Fühlen, Scheitern und Siegen – physisch wie psychisch, mental und menschlich sind die daraus resultierenden Weisheiten die beste Schule, die wir besuchen können.



Sinn entsteht immer durch Klarheit.


Wachstum kostet Freundschaften – wenn sich der Horizont erweitert und sich Verständnisgrenzen verschieben, können Menschen einander nicht mehr lesen. Viele Menschen stecken im Überleben fest, andere konnten den Überlebensmodus hinter sich lassen und haben verstanden, dass wir uns zu den Nebenwirkungen des Lebens positionieren müssen – wir alle tragen eine Selbstverantwortung. Doch zwischen Gegenwart und Erinnerung liegen Stolperfallen. Reflektieren wir das Leben, mit seinen unzähligen bunten Farben, starr und unbeweglich nur in Grautönen, verschieben sich wertvolle Möglichkeiten des Wachstums in die Kurzsichtigkeit – hier wird jeder Wahrheitsradius begrenzt und kritisches Denken sowie konstruktives Hinterfragen torpediert. Unsere persönliche Meinung spiegelt nie das Denken aller wider - lernen wir also mit anderen Lebensentwürfen und unterschiedlichen Meinungen eine friedliche Koexistenz zu führen. Füttern wir gesunde Projekte in unseren Gedanken und erkennen wir, dass Fehler nicht unsere Feinde, sondern im Gegenteil, wichtige Lehrmeister sind. Geduld ist immer Selbstkontrolle und bringt am Ende den Erfolg. Blenden wir allerdings den Gesamtzusammenhang aus, verlieren wir den Blick auf uns selbst – unsere Welt wird begrenzter, büßt an Lebndigkeit ein und Musik verblasst zu einer entfernten Erinnerung.


Worum geht es also im Leben?


Um das Leben selbst, um seine tiefe Bedeutung und unser Sein, inmitten aller genetischer und weltlicher Präsenzen, inmitten von Automatismus und Grenzüberschreitungen - nicht immer einfach, aber machbar. Erschaffen wir eine Verbindung zwischen den Verletzungen und Missverständnissen der Vergangenheit und dem Wohlgefühl, dass uns selbstbewusst durch den Alltag trägt – Vertrautheit sollte sich immer sicher anfühlen. Wie viel Raum benötigen wir zur Persönlichkeitsentfaltung? Geben wir Narrativen wie „naiv“, „weltfremd“ oder „nicht gut genug“ in unserem Leben keine Bühne zur Selbstdarstellung, verankern wir positive Glaubenssätze mitten in unsere Verletzlichkeit – das schenkt uns eine Verbundenheit die sich sicher anfühlen wird. Ein Gespür für Grenzen ist ein unabdingbares Werkzeug, um zwischenmenschliche Beziehungen zu verstehen, auch hier führt der Weg über die Wahrnehmung der eigenen Gefühle – Infragestellen ist ausdrücklich erlaubt. So hat jede Persönlichkeit individuelle Grenzen im Gepäck - jeder Neuanfang ist ein Weitermachen, aufgebaut aus bestehenden Ressourcen.


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